Dokument Für mehr Barrierefreiheit in der digitalen Verwaltung
- Anspruch:
- Aufwand:
- Zielgruppe: Management
Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) hat im Jahr 2021 eine Kurzstudie zu der Frage durchgeführt, was Behörden davon abhält, die seit inzwischen rund 20 Jahren geltenden gesetzlichen Vorschriften zur digitalen Barrierefreiheit umzusetzen.
Barrierefreiheit bei der Konzeption von digitalen Verwaltungsangeboten frühzeitig zu berücksichtigen ist gerade im Zusammenhang mit der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) ein aktuelles Thema. Dass auch die Anforderungen, die sich aus der EU-Webrichtlinie beziehungsweise der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV) ergeben aktuell nicht ausreichend umgesetzt sind, belegt der erste Monitoringbericht, der im Dezember 2021 veröffentlicht wurde.
Die Kurzstudie des ÖFIT blickt im Gegensatz zum Monitoringbericht jedoch nicht auf die bestehenden Barrieren, sondern auf die Ursachen für den unzureichenden Umsetzungsstand der digitalen Barrierefreiheit. Die Kurzstudie fasst auf Basis einer Literaturrecherche und aufgrund von Interviews mit Personen mit Expertise (Expert*inneninterviews) organisationale Hürden und mögliche Maßnahmen für die Barrierefreiheit digitaler Verwaltungsangebote zusammen.
Die durch die Kurzstudie identifizierten organisationalen Hürden lassen sich in drei Kategorien klassifizieren:
- Wissen,
- Priorisierung und
- Regeln.
Die Kurzstudie zeigt mögliche Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit in digitalen Verwaltungsangeboten in vier Kategorien auf:
- Kompetenzen aufbauen,
- Regeln durchsetzen,
- Bewusstsein schaffen,
- Ressourcen bereitstellen.
Das Projekt Teilhabe 4.0 bietet mit seinen Schulungsangeboten für Multiplikator*innen und der Toolbox konkrete Unterstützungsangebote an, die den in der Kurzstudie aufgezeigten Maßnahmen entsprechen. In der Toolbox sind zielgruppenorientiert zum Beispiel Leitfäden, Apps, Checklisten, Testtools und die Ergebnisse von getesteten digitalen Angeboten für die Unterstützung bei Vergabeentscheidungen zu finden.
An den Schulungen im Projekt Teilhabe 4.0 sind auch Botschafter*innen für Inklusion beteiligt, die die Teilnehmenden der Schulungen für digitale Barrieren sensibilisieren. Nach einer Registrierung im Teilhabe 4.0-Schulungsportal stehen den Multiplikator*innen kostenfrei zahlreiche Schulungsunterlagen für die Verwendung in der eigenen Behörde zur Verfügung. Die Schulungsunterlagen wurden und werden weiterhin im geförderten Modellprojekt „Teilhabe 4.0: Digitalisierung der Arbeitswelt barrierefrei gestalten“ entwickelt.
Die Ergebnisse der Kurzstudie des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) sind frei als PDF-Dokument verfügbar.